CORONA-KRISE: Wer in der Baubranche mit einem blauen Auge davonkommt

Das Ifo-Institut erwartet, wie andere Sachverständige ebenso, infolge der Corona-Krise einen massiven Einbruch der europäischen und damit auch der deutschen Gesamtwirtschaft. Das spüren vor allem das Handwerk, das aktuell bereits Umsatzeinbrüche von bis zu 50% meldet, und natürlich auch die Baubranche. Eine spezielle Studie der Heinze Marktforschung für die Bauwirtschaft sieht allerdings in dem ganzen Dilemma auch positive Aspekte.

Baugenehmigungen seien schließlich, so die Studie, keine Aktienkurse, auch wenn die derzeitigen Auswirkungen vor allem im Bauprozess schmerzhafter seien als diejenigen in der Finanzkrise 2008/2009.

Der Haus- und Wohnungsbau könnte sich möglicherweise zum Jahresende erholen

Die Genehmigungen im Einfamilien-Hausbau, so die Heinze Marktforscher, seien mit einer Delle davonkommen. Der Mehrfamilienhausbau hätte im Jahr 2020 eigentlich um mehr als zehn Prozentpunkte zulegen sollen. Diese Erwartung hatten die steigenden Baugenehmigungen zum Jahreswechsel 2019 genährt. Dies wird allerdings nicht der Fall sein, da nach aktuellem Stand die Anzahl an Baugenehmigungen zur Mitte des Jahres 2020 deutlich einbrechen werden.

Anzahl Bauanträge ab Mitte 2020 wieder steigend

Die Anzahl aller Bauanträge dagegen dürfte in der zweiten Jahreshälfte 2020 wieder ansteigen. „In der Summe wird es bei einer Stabilisierung bleiben“, geben sich die Autoren optimistisch. Der Aufschwung im Bereich des Mehrfamilien-Hausbaus bleibe dank der hohen Nachfrage insgesamt auf stabilem Niveau.

Nicht-Wohnungsbau schon länger in der Krise

Im Segment Nicht-Wohnbau, also im Industrie- und Gewerbebau, sind die Verhältnisse laut der Studie anders. Hier stehe die Bautätigkeit in den Jahren 2020 und 2021 sowieso vor einem zyklischen Abschwung. Diese Entwicklung setzte bereits 2019 ein und soll erst im Jahr 2022 beendet sein. Die offene Frage sei, wie die Corona-Krise diese Entwicklung noch beeinflusst.

Am stärksten dürften gemäß den Heinze Experten die wohnähnlichen Betriebsgebäude in Mitleidenschaft gezogen werden. Der landwirtschaftliche Bau komme dagegen mit geringeren Einbußen davon.

Theo van der Burgt (BAUHERRENreport GmbH), Quelle: Heinze Marktforschung

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